Donnerstag, 11. April 2013

Traum und Realität - Mein Arbeitsplatz

Neulich wurde in einer Facebook-Gruppe (ach, es ist ja ein solcher Zeitfresser) nach Fotos des eigenen Arbeitsplatzes gefragt. Eine ähnliche Aktion hat vor einiger Zeit unter anderem schon einmal Ricarda Ohligschläger mit ihrem Blog Herzgedanke gestartet, indem sie diverse Autoren um Fotos ihrer Schreibplätze gebeten hatte.

Seufz. Es waren so tolle Schreibplätze darunter. Geschmackvoll und zum Teil antiquarisch eingerichtete Arbeitszimmer, oftmals sehr aufgeräumt. Bei einigen stand der Schreibtisch direkt am Fenster, mit Blick auf den Garten oder eine anderweitig inspirierende Umgebung.

Wie oft habe ich auch von einem vergleichbaren Arbeitsplatz geträumt. Von einem Ort, der durch seine Einrichtung meine Ideen für Geschichten widerspiegelt. Ich würde an einem Sekretär arbeiten, der einen altmodischen Charme besäße, aber selbstverständlich trotzdem alle ergonomischen Anforderungen erfüllte. Alle nötigen Utensilien, Nachschlagewerke, Recherchematerialien und sonstige Unterlagen wären säuberlich sortiert und aufgeräumt in schweren Regalen verteilt. Die einzige geringfügige Unordnung bestünde auf einem Moodboard an der Wand, an das ich inspirierende Notizen, Zeitungsausschnitte und Bilder gepinnt hätte. Wenn mein Blick nachdenklich abschweifte, würde er durchs Fenster auf eine sanfte Parklandschaft treffen. In Dämmerungsstunden würde eine antike Schreibtischleuchte – selbstredend eine klassische Bankers Lamp – warmes und unaufdringliches Licht spenden.

So viel zu meinem Traum. Die Realität sieht ein wenig anders aus.

Der 08/15-Schreibtisch ist weder altmodisch, noch besitzt er irgendwelchen Charme. Den ergonomischen Anforderungen wurde mit Hilfe eines ausgemusterten Diakastens unter dem Monitor und einem Baustein unter meinen Füßen Genüge getan. Alle nötigen Utensilien, Nachschlagewerke, Recherchematerialien liegen wahllos herum. Unordnung herrscht eigentlich überall. Anstatt eines Moodboards hängt an der Wand ein großer Jahresplaner, in dem die Termine von mir und meinem Mann eingetragen sind. Wenn ich den Kopf weit genug nach rechts drehe, kann ich aus dem Fenster sehen und dort tatsächlich einen Blick auf ein paar Dächer und Baumwipfel erhaschen. An einem angrenzenden Regal klemmt eine zweckdienliche Lampe eines bekannten schwedischen Möbelhauses, damit ich weiterarbeiten kann, wenn es im Zimmer irgendwann zu finster wird.

Zugegeben, mein Arbeitsplatz hat wenig Inspirierendes an sich. Doch oft fällt mir dies gar nicht mehr auf, weil ich bei der Arbeit an meinem PC so auf die Inhalte auf meinem Monitor konzentriert bin, dass ich meine Umgebung völlig ausblende.
Insofern sollte ich vielleicht auch nicht allzu viel auf Äußerlichkeiten geben, solange ich genügend Inspiration in meinem Inneren finde.

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